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CD Besprechungen von vielen Craig David Alben wie Trust Me, The Story Goes, Slicker Than Average und anderen kannst du hier lesen.
Trust Me
"Trust Me", das kann ja jeder sagen. Okay, einer, der Grammys und Platin-Platten sammelt wie andere Leute Briefmarken, stellt diese Forderung vielleicht ein wenig nachdrücklicher, und wer mit "The Story Goes ..." ein doch durchaus amtliches Album im Nacken hat, dem darf man ruhig ein wenig Vertrauen entgegen bringen. Dachte ich.
"Ich war für meinen Geschmack etwas zu reif geworden." Diese Selbsteinschätzung Craig Davids, im beiliegenden Presseinfo kundgetan, lässt allerdings Böses befürchten. "Ich wollte hinausgehen und sehen, was im Nachtleben geschieht, wie damals, als ich noch DJ war, anderen DJs zuhörte und die Reaktion der Crowd beobachtete", heißt es da weiter. Nun, jeder, der jemals in einem Club Platten gedreht hat, weiß: Das Volk schluckt immer diejenigen Tracks am gierigsten, die es bereits in- und auswendig kennt. Auf eine bewährte Nummer wie David Bowies "Let's Dance" fährt der gemeine Partygast eben 2007 immer noch ab.
The Story Goes ...
Folgten seine ersten beiden Alben noch Schlag auf Schlag, hat sich Craig David für "The Story Goes ..." vergleichsweise viel Zeit genommen. Das kann er sich problemlos leisten; wer bereits im zarten Alter von 24 Jahren Grammys, MTV- und MOBO-Awards galore abstaubt und Usher, Beyoncé und Hitköchin Missy Elliott gleichermaßen zu seinen Fans rechnen darf, der hat nichts zu fürchten, außer vielleicht den Erfolgsdruck. Sollte dieser den Jungen aus Southampton heimgesucht haben, so ist er ihm gut bekommen: "The Story Goes ..." präsentiert sich insgesamt als gelungene, sicherlich auch massenkompatible Angelegenheit, mit der sich Major-Label Warner problemlos einverstanden erklären dürfte.
Unüberhörbar verlagert Craig David das Gewicht in Richtung Songwriting. Seine Tracks sind nach wie vor amtlich produziert, eingängige Melodien und (ungewöhnlich genug für das Pop-Geschäft) Inhalte ziehen allerdings einen weit größeren Teil der Aufmerksamkeit auf sich. "The Story Goes" bedient sich nicht zu knapp im boomenden Schlafzimmer-R'n'B. Klar, dass das Auswirkungen auf die Texte hat: Über weite Strecken macht Craig David die Liebe, bevorzugt in ihren aufwühlendsten Phasen, ganz zu Beginn und am Ende, zum Thema. Neu ist das nicht, der Weg in den Club, auf den Dancefloor, zur Afterparty, von da ins Schlafzimmer und - über kurz oder lang - in den Katzenjammer ist sattsam bekannt. Das funktioniert über weite Strecken gut. "All The Way" gibt mit synthetischen Streichern eine durchaus clubtaugliche Disconummer ab, auch "Hypnotic" und (entgegen des Titels) "Just Chillin'" entbehren nicht einer gewissen Tanzbarkeit.
Slicker Than Your Average
"Für mich war es wichtiger, Songs zu schreiben, die reflektieren, was ich in den vergangenen 18 Monaten getan und erlebt habe, als zu versuchen, 'Born To Do It Part II' aus der Taufe zu heben". Selbstbewusst hebelt der 21-jährige Craig David die hohen Erwartungen an sein zweites Album (mühelos) aus. 2000 chartet seine Single "Fill Me In" bis auf Platz eins und macht ihn quasi über Nacht zum Superstar. Das zugehörige Album erlangt Multiplatinstatus. Weltweit über sieben Millionen verkaufte Einheiten sprechen eine deutliche Sprache.
Geschafft hat der smarte Engländer das mit nichts Geringerem als der Erfindung des 2 Step. Lockere Hüpfbeats mit Schmeichelharmonien und entspannte Ohrwurmrefrains mit immensem Massenerreichbarkeitsfaktor prägen seine Kompositionen. Diese Attribute zeichnen zusammen mit dem gewissen individuell-kreativen Etwas auch die Songs seiner Vorbilder Stevie Wonder, Terence Trent D'Arby, Usher und R. Kelly aus, mit denen er sich künstlerisch durchaus messen kann.
Jetzt präsentiert Craig David "Slicker Than Your Average", das er in nur drei Monaten einspielte. "Das Album ist meine Art auszudrücken, dass man mich so sein lassen soll, wie ich bin. Am Ende des Tages kann man es halt nicht jedem recht machen". Trotz dieser Tatsache kann man dem Album einen Charteinstieg in die oberen Ränge getrost prophezeien. Einen relaxten Querschnitt seiner Persönlichkeit und seiner Einflüsse legt er uns in gewohnt geschmeidiger Manier in die Boxen. Funk, 2 Step, Hip Hop, R'n'B, Garage und Pop sind dabei die einflussreichsten Ingredienzien.
Born To Do It
Vor ungefähr zwei Wochen war ich auf der Suche nach neuen akustischen Reizen für meine Lauscher und habe mich munter zu einem Online-Händler durchgeklickt. Mehr oder weniger planlos, was ich eigentlich haben will, habe ich fleißig so ziemlich alles angesurft. Das Meiste war ganz nett, aber nicht weltbewegend. Doch dann habe ich in die Sparte R&B reingeguckt, um die ich für gewöhnlich einen großen Bogen mache.
Ich weiß bis heute nicht, was mich geritten hat, aber an diesem Tag bin ich nicht wieder davon geklickt, sondern habe mir eins dieser aparten Hörbeispiele zu Gemüte geführt. Was meine Ohren dann zu hören bekamen, war wirklich exquisit und hat mich neugierig auf mehr gemacht.
Die Hörbeispiele in der Sparte R&B, die ich beim Online-Händler entdeckt hatte, waren Files des Debütalbums des Briten Craig David. Neben "Fill Me In" mit seinen aparten Guitar-Picks und 2-Step-Breaks hat besonders das melodiöse "7 Days" Ohrwurmqualitäten. Aber auch das Herz wird mit sanften Rhythm & Blues-Stücken wie "Rendevouz" und "Follow Me" gut bedient.