Reviews
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"Far"
Der berühmte Brei und die berüchtigten Köche beschwört die russischstämmige Songwriterin Regina Spektor mit ihrem neuen Album ”Far” herauf. Nach dem äußerst erfolgreichen “Begin To Hope“ (2006) ist “Far“ die zweite Veröffentlichung auf einem Major und bereits bei der Anzahl der vertretenen Produzenten spart Fräulein Spektor wahrlich nicht. Gleich vier hochrangige Meister des Produzentenhandwerks lässt die 29-jährige Amerikanerin auf ihre 13 Songs los.
Daraus entsteht eine songtechnische Patchworkfamilie. Namentlich produzierten “Far“ die Herren Mike Elizondo (u.a. Dr. Dre, Fiona Apple), Jeff Lynne (u.a. ELO, Traveling Wilburys), David Kahne (u.a. Sublime, The Strokes), Garrett “Jackknife“ Lee (u.a. U2, R.E.M.) und Fräulein Spektor höchstpersönlich. Dass der Flickenteppich nicht zu sehr ausfranst, liegt mit Sicherheit an der jahrelangen Erfahrung der großen beteiligten Namen. Wundervolle Songs wie der perfekt einbindende Opener “The Calculation“, das sanft-betörende “Eet“ oder die zum Song gewordene Flughafenabschiedszene “Laughing With“ sind darunter. Weiterlesen.
"Begin to Hope"
Was uns auf "Begin To Hope" begegnet, ist herzerweichend, köstlich, leicht und macht verdammt gute Laune. Bereits bei "Fidelity" schmilzt das Herz dahin. Regina Spektor singt so ungezwungen, so verträumt und mit einer Leichtigkeit, die ansteckend ist. "I hear in my mind all these voices, I hear in my mind all this music and it breaks my heart". Wenn eine Sängerin Hoffnung macht, dann ist es Spektor. Ihre Lieder sind nicht so schwer wie die der Songwriterkolleginnen Beth Gibbons oder Anna Ternheim, von Belanglosigkeit kann jedoch nicht die Rede sein. Es ist die Mischung aus Sensibilität, Theatralik und Optimismus, die den Hörer warm umhüllt.
Eine zerzauste Bett-Wohlfühl-Atmosphäre ruft Spektor selbstbewusst mit ihren Beats, Klavier und den Streichern hervor. Weiterlesen.
"Soviet Kitsch"
Wo "Soviet Kitsch" draufsteht, muss nicht unbedingt welcher drin sein. Der Albumtitel samt Cover mit den bunt bemalten russischen Holzpuppen ist wohl ein PR-Gag, denn mit den Liedern selbst hat er herzlich wenig zu tun (T-Shirts mit der Aufschrift "CCCP" verkaufen sich in letzter Zeit ja nicht gerade schlecht...). Komplett aus der Luft gegriffen ist er im Fall von Regina Spektor jedoch auch wieder nicht. Schließlich stammt die junge New Yorkerin selbst aus der ehemaligen UdSSR. "Soviet Kitsch" ist bereits das dritte Album der ausgebildeten Konzertpianistin, und einstmals eingefleischte Fans von Tori Amos, die sich angesichts deren musikalischen Dahinsiechens neu orientieren möchten, sei die Dame wärmstens ans Herz gelegt.
In knapp 40 konzentrierten Minuten passiert viel, denn Regina ist großzügig mit ihrem beeindruckenden Talent. Ihr Stil ist individualistisch, die Musikrichtung - ja, doch - Alternative. Weiterlesen.